Wer bislang im Ausland wegen Verkehrssünden erwischt wurde, der konnte sich getrost zurücklehnen, da er das Bußgeld nicht zahlen musste. Dies liegt daran, dass die zuständigen Behörden ihren Bußgeldbescheid in Deutschland nicht vollstrecken konnten. Doch dies soll sich noch dieses Jahr ändern. Wer in Zukunft im Ausland am Steuer telefoniert, zu schnell unterwegs ist oder rote Ampeln überfährt, muss mit satten Geldstrafen rechnen.

Deutschland will noch in diesem Herbst dem EU-Rahmenbeschluss beitreten, der regelt, dass auch hierzulande Bußgeldbescheide aus dem Ausland eingetrieben werden können. Dafür müssen jedoch die ausländischen Behörden einiges beachten. So ist festgehalten, dass das ausländische Amt das Schreiben in einer für den Verkehrssünder verständlichen Sprache formuliert hat. Ist dies nicht der Fall, ist der Bescheid erstmal nicht rechtskräftigt. Petra Schmucker, Juristin des Automobilclubs, rät in diesem Falle trotzdem dem Amt zu antworten und um eine Übersetzung zu bitten, da die Verkehrssünde ja dennoch nicht vom Tisch ist. Zwar müsse das Bonner Bundesamt, bei einem nicht übersetzten Bescheid die Vollstreckung ablehnen, dafür kann der Verkehrssünder nachträglich zum Bußgeld gezwungen werden, falls er im Folgeurlaub in eine Verkehrskontrolle gerät. In diesem Falle währe die Summe aufgrund von Mahngebühren auch noch erheblich teurer.

Es werden jedoch nur Bußgelder ab einer Höhe von 70 Euro eingetrieben, da sich sonst der Verwaltungsaufwand nicht lohnen würde. Auch wenn die Gesetzesregelung erst ab Oktober oder November in Kraft tritt, sollten Autofahrer jetzt schon vernünftig unterwegs sein. Denn bis der Verkehrssünder den Bescheid zum Bußgeld erhält, kann es schonnmal Wochen oder Monate dauern und entscheidend ist das Datum der schriftlichen Mitteilung. Liegt dieser also nach der Gestzesänderung, so ist das Bußgeld zu zahlen und der Bescheid ist rechtskräftig. Nähere Informationen unter zeit.de.